Geschichtliche Ereignisse der Romantik
In etwa parallel zur Weimarer Klassik entwickelt sich die literaturgeschichtliche Strömung der Romantik und mit ihr zahlreiche geschichtliche Ereignisse. Die Blaue Blume, ein Motiv aus dem Roman „Heinrich von Ofterdingen“, wird zum zentralen Sinnbild der Romantik. Die Blaue Blume steht für die Suche nach Unendlichkeit, dem Streben nach Liebe, welches stets mit dem Gefühl der Sehnsucht verbunden ist. Die bevorzugte Gattung dieser Epoche ist die Lyrik. Hier kann man in der Regel zwischen Liebes- und Naturlyrik unterscheiden. Beide Genres verbindet eine tiefe Melancholie und Wehmut. Der Maler Kaspar David Friedrich hat diese ursprüngliche Naturverbundenheit gepaart mit stiller Sehnsucht auf Leinwand gebannt. Zu den bedeutendsten Schriftstellern der Romantik zählen Joseph von Eichendorff, Novalis, Friedrich Hölderlin, E.T.A. Hoffmann und Clemens Brentano. Auch das bekannte Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore“ von Wilhelm Müller ist in diese literaturgeschichtliche Strömung einzuordnen. Abgesehen von der Literatur steckt auch im unterhaltsamen Online Game Ramacity ein kleines bisschen Romantik.
Geschichtliche Ereignisse durch Vormärz und Biedermeier
Mit den geschichtlichen Ereignissen um 1815, dem Wiener Kongress, und der Märzrevolution von 1848 wird die Literatur politisiert. Damit werden geschichtliche Ereignisse erstmals zum Thema von Literatur in Verbindung mit Politik. Unter dem Begriff Vormärz lassen sich Werke verschiedener junger Schriftsteller zusammenfassen. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Strömung zählen Heinrich Heine und George Büchner. Sein Dramenfragment über den einfachen Soldat Franz Woyzeck („Woyzeck“) gilt als erstes soziales Drama der deutschen Literatur. Gleichzeitig zur Literatur des Vormärz entwickelt sich eine völlig unpolitische literarische Epoche, nämlich die des Biedermeiers. Bürgerliche Beschaulichkeit und heimische Idylle in den Werken von Autoren wie Franz Grillparzer und Adelbert Stifter erwecken den Eindruck, als gebe es keine geschichtlichen und gesellschaftlichen Ereignisse, die prägend genug sein, um literarisch verarbeitet werden zu können. Vielmehr ist dieser Rückzug ins Private, als Reaktion auf die aktuellen geschichtlichen Entwicklungen und geschichtliche Ereignisse zu sehen.
Geschichtliche Ereignisse des Poetischen Realismus
Gesellschaftliche Schranken, Standesunterschiede und geschichtliche Ereignisse werden zum zentralen Thema des Bürgerlichen Realismus erhoben. Bekanntestes Werk ist wohl Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“, in dem die junge Effi an den starren und rigiden gesellschaftlichen Vorstellungen von Moral scheitert. Zahlreiche Literaturverfilmungen dieses Buches zeigen, wie aktuell die Thematik nach wie vor ist – eine Frau zerbricht an der falschen Sittlichkeit ihrer Zeit. In der neuesten Verfilmung von Wolfgang Luderer ist Julia Jentsch in der Rolle von Effi zu sehen. Der Gesellschaftsroman als literarisches Genre ist typisch für diese Epoche, die daher auch oft unter der Bezeichnung „Bürgerlicher Realismus“ geführt wird. Die Schriftsteller des Poetischen Realismus stellen die Gültigkeit der gegenwärtigen Moralvorstellen in Frage und kritisieren ein Festhalten an überholten Tugenden, die das individuelle Lebensglück jedes Einzelnen gefährden.