Literarische Strömung: Naturalismus

Durch rapide wachsende Bevölkerungsraten stieg die Zahl der in Armut und Elend lebenden Menschen in den großen Städten. Mit der Industrialisierung setzte eine regelrechte Landflucht ein. Die Menschen kamen mit der Hoffung auf ein einfacheres Leben in die Großstädte und suchten gut bezahlte Arbeit. Doch die meisten mussten in den Fabriken schwere Arbeit für wenig Lohn leisten. Die Naturalisten greifen in ihren Werken dieses Problem auf und verarbeiten es ästhetisch. Autoren wie Gerhard Hauptmann oder Arno Holz widmen sich den Alltagsnöten des Proletariats. Sie schildern in einfacher Sprache, oftmals in Dialekt, das Leben der „kleinen“ Menschen und sparen dabei auch nicht an detailgenauen und unschönen Beschreibungen. Die Literatur und die Literarische Strömung, die sich dessen anschließt, soll ein möglichst genaues Abbild des täglichen Grauens darstellen, sie darf nichts beschönigen. Bevorzugte und erfolgreichste Gattung ist das soziale Drama.

Literarische Strömung: Symbolismus

In Deutschland weniger stark verbreitet war die Epoche des Symbolismus als eine Art Literarische Strömung. Ihre bekanntesten Vertreter waren Rainer Maria Rilke und der Österreicher Hugo von Hofmannsthal. Die Strömung des Symbolismus steht bewusst im Kontrast zum Naturalismus. Für die Literatur der Symbolisten und die ihnen zugrunde liegende Literarische Strömung war eine Ästhetik in Sprache und Geschichte essentiell. Symbole und Metaphern gewinnen an Bedeutung. Beeinflusst werden die Symbolisten durch die Werke des österreichischen Psychologen Sigmund Freud, dessen psychoanalytische Theorien bahnbrechend für ihre Zeit waren. Häufig beruhen in der heutigen Zeit viele Dinge auf eben solchen Theorien. Wirft man einen Blick ins Internet oder in andere Medien, findet man viele solcher Elemente. Dabei handelt es sich um Fernsehserien oder Zeitschriften aber auch um Onlinespiele wie Kampfstern Galactica und andere multimediale Inhalte.

Literarische Strömung des Expressionismus

Die wohl spannendste und facettenreichste Literarische Strömung um 1900 ist die des Expressionismus. Großstadtproblematik, Industrialisierung und Erster Weltkrieg beeinflussen die Literatur und Sprache der Expressionisten. Man lehnt sich gegen die Generation der Väter auf und versucht mittels innovativer Ausdrucksformen, neue Wege zu beschreiten. Die Formen, wie diese Veränderungen schriftstellerisch verarbeitet werden, sind vielfältig. Typisches Sujet der expressionistischen Lyrik ist die Auseinandersetzung mit der Großstadt. Diese wird als gefährlich und menschenverachtend empfunden. Georg Heym schildert in seinem Gedicht „Der Gott der Stadt“, wie dämonisch sich die Großstadt auf das Leben und Empfinden des Menschen auswirken kann. Dabei sind sprachexpressive Mittel für die Lyrik dieser Strömung typisch. Im Gedicht „Angststurm“ von August Stramm wird das Grauen des Krieges anhand scheinbar loser Wortassoziationen beschrieben. Die Expressionisten brechen und spielen mit Formen. Am bekanntesten sind die Gedichte Gottfried Benns aus dem Gedichtzyklus „Morgue“. Aus dem Blickwinkel eines nüchternen Gerichtsmediziners erzählt Benn Alltägliches aus dem Leichenschauhaus und spart dabei nicht mit Details.