Literaturgeschichte und neue Sachlichkeit

Wer die Geschichte der Weimarer Republik kennt, weiß, dass diese Zeit neben den Goldenen Zwanzigern vor allem von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krisen geprägt wurde und in der Literaturgeschichte eine entscheidende Rolle spielt. Die Literatur dieser Zeit ist daher nüchtern, sachlich kühl und beschreibt im Reportagestil. Arbeiter und Angestellte aus dem Mittelstand werden zu Protagonisten der Romane, die oftmals im Montagestil verfasst werden. Neben der Epik zählt das politische Theater in der Literaturgeschichte zu den favorisierten Gattungen – allen voran Bertolt Brecht und sein „episches Theater“. Über erzählende und erklärende Elemente zwingt Brecht den Zuschauer zum kognitiven Nachvollziehen der Handlung. Der Zuschauer soll für politische Themen wachgerüttelt werden und über gesellschaftliche Probleme nachdenken, um dann letztendlich aktiv zu handeln. Die Neue Sachlichkeit will die Menschen aus ihrer Lethargie reißen und zur Handlung zwingen.

Literaturgeschichte und Exilliteratur

Eines der dunkelsten Kapitel der Literaturgeschichte hinterlässt auch zwangsläufig in seiner Literatur Spuren. Nach der Bücherbrennung 1933 durch die Nationalsozialisten verlässt ein Großteil der deutschen Literaten ihre Heimat und geht ins Exil. Einige wenige, wie der Schriftsteller Hans Fallada, bleiben in Deutschland und gehen in die innere Emigration, indem sie sich zunehmend ins Private zurückziehen. Allerdings gibt es auch mehr als einen Fall, indem Autoren in einem Nazideutschland nicht länger leben wollten und diesem ein Ende setzten. Traurige Beispiele, wie das des Expressionisten Walter Hasenclevers, belegen, dass es mit der Machtergreifung Hitlers unmöglich geworden war, frei leben und schreiben zu können, und dass das selbstgewählte Exil die geistige Heimat nicht ersetzen konnte. Im Exil entstehen Werke wie das der Autorin Anna Seghers. In „Transit“, einem Roman aus dem Jahre 1944, beschreibt sie die Schwierigkeiten von deutschen Emigranten im Ausland. Abgesehen von den menschlichen Aspekten der Literaturgeschichte sind dort auch technische Faktoren wiederzufinden. Ein Beispiel hierfür ist unter anderem die Luftfahrt, der im Online Spiel Skyrama ein wenig Tribut gezollt wird.

Literaturgeschichte und Nachkriegsliteratur

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges steht die deutsche Literatur und die Literaturgeschichte an einem neuen Anfang. Die Trümmerliteratur, wie sie auch genannt wird, sucht nach literarischen Möglichkeiten, um das Grauen von Auschwitz aufzuarbeiten. In Kurzgeschichten und Short Stories versucht die Kahlschlagliteratur einen literarischen Neuanfang. 1965 entstand das Theaterstück „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. In seinem Drama dokumentiert er die Aussagen aus den Frankfurter Auschwitzprozessen, den er selbst besucht hat, und entwirft ein erschütterndes Stück deutscher Geschichte. Unkommentiert werden Aussagen von Häftlingen und Tätern gegenübergestellt und führen dem Zuschauer, die Brutalität und Grausamkeit im Lager ungefiltert vor Augen.